Treppenaufgang und Durchstiege: Wann Treppen, Durchstiege und Aufzüge?

Leiter oder Treppe? – Besondere Anforderungen an die Gerüstkonstruktion 

Ein Gerüst besteht aus mehreren Etagen, und die Beschäftigten gelangen über Leitern, Treppenaufgänge und Durchstiege von einer Arbeitsplattform zur anderen. Beim Gerüst Aufbau hat der Mechaniker diese Übergänge nach den gesetzlichen Vorgaben einzurichten. Die Bestimmungen sind in den Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS 2121) zusammengefasst. Der Teil 1 beschreibt Maßnahmen zur Verhinderung einer „Gefährdung von Beschäftigten durch Absturz bei der Verwendung von Gerüsten“. Im zweiten Teil finden sich Regeln über die „Gefährdung von Beschäftigten bei der Verwendung von Leitern“, die im Wesentlichen hier zusammengefasst sind.

Inhaltsverzeichnis

Der Gerüstzugang beim Fassadengerüst

Beim Fassadengerüst muss jeder Arbeitsplatz durch einen sicheren Zugang erreichbar seinAls Treppenaufgang bezeichnet der Bautechniker eine fest installierte Treppe aus Metall, die zwei Gerüstebenen miteinander verbindet. Ein Durchgang oder eine Durchgangsöffnung ist im Wesentlichen ein klappbares Bodenelement, dass dem Arbeiter den Aufstieg über eine Leiter ermöglicht. Geeignet sind außerdem Transportbühnen oder Aufzüge. Die Zugänge sind in einem Abstand von mindestens 50 Metern einzuplanen (TRBS 2121, Teil 1). Wenn die baulichen Umstände Treppen, Transportbühnen oder Aufzüge nicht zulassen, können Leitern einschließlich Durchgang als Zugang Verwendung finden.

Typisch

für ein Fassadengerüst ist ein Aufstieg über innenliegende Leitern einschließlich Durchgangsöffnung. Beide Komponenten können als sogenannte Leitergänge sowohl übereinander als auch versetzt angeordnet sein. Als Innenleitern sind ausschließlich systemgebundene Leitern erlaubt.

Die Unfallverhütung bei der Montage

Wenn keine Möglichkeit eines Einbaus von Innenleitern besteht, sind systemfreie Außenleitern zulässig. Dann darf aber die Aufstiegshöhe nur maximal 5 Meter betragen. Der Techniker hat die Leiter gegen ein mögliches Wegrutschen abzusichern oder anderenfalls fest mit dem jeweiligen Gerüstteil zu verbinden.

Im Gegensatz zu Treppen sind Gerüstleitern bei umfangreichen Arbeiten nicht erlaubt, wenn sie den einzigen Zugang darstellen. Umfangreich bedeutet eine Aufstiegshöhe von über 10 Metern oder einen erheblichen Transport von Material. Besonders die folgenden Arbeiten fallen in diese Kategorie:

  • Die Verkleidung einer kompletten Fassade, etwa mit Verblendmauerwerk oder Naturstein.
  • Das Anbringen von Elementen an vorgehängten Fassaden.
  • Die Installation eines Wärmedämmverbundsystems im Rahmen einer Fassadensanierung.

Die Podesttreppe

Eine Treppe erweitert das Gerüst um eine bequem begehbare Verbindung zwischen den verschiedenen Ebenen der Konstruktion. Meist aus Aluminium hergestellt, ermöglichen sie ein sicheres Erreichen der nächsten Arbeitsebene. Als Podesttreppenaufstieg ist sie in das Fassadengerüst integriert. Die vorgebaute Podesttreppe ist sowohl mit den Gerüstelementen verbunden als auch zusätzlich an beiden Seiten am Gebäude verankert

Die Vorgaben des Herstellers für den Zugang zum Gerüst

Der Gerüst Aufbau erfolgt nach den Anweisungen der Montageanleitung bzw. der Aufbau- und Verwendungsanleitung (AuV) des Herstellers. Gleiches gilt für den Aufbau und Abbau der Zugänge.

Gefährdungen entstehen durch einen fehlenden Seitenschutz an den Treppen oder durch Leitern ohne entsprechende Fixierung. Mit einer Ebene, die mit einer Leiter erreichbar ist, dürfen höchstens weitere zwei nicht umlaufende Gerüstlagen mit einem innenliegenden Leiteraufgang (etwa zum Giebelbereich oder Staffelgeschoss) verbunden sein. 

Die AuV gibt außerdem Auskunft darüber, ob im Umfeld einer Treppe besondere Verankerungen am Gebäude notwendig sind. Für einen Zugang aus gleichlaufenden Treppen fordern die Bestimmungen einen zweiteiligen Seitenschutz außen sowie ein Umlaufgeländer, damit der Aufgang nur durch eine Öffnung erreichbar ist. Bei gegenläufigen Treppen wird außen und innen ein zweiteiliger Seitenschutz erforderlich.

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Besondere Hinweise für die Installation von Gerüsttypen

Bei Fang- oder Dachfanggerüsten kann es unter Umständen nicht möglich sein, den Treppenbereich durch einen Seitenschutz oder mit einer geschlossenen Schutzwand zu sichern. Dann darf der Zugang nur bis zur Arbeitsplattform unterhalb der Fanglage geführt werden. Zu dieser geht es dann weiter mit Hilfe eines Leiterzugangs einschließlich Durchgang. 

Bei einer Dachsanierung ist das Gerüst mit Treppentürmen zu ergänzen. Besonderheit bei einem Wetterschutzdach: Der Arbeiter muss einen sicheren Zugang zur Dachfläche vorfinden, etwa über eine Treppe.

Gerüst Grafik mit Podestreppen / Gerüsttreppen.

Der Arbeitsschutz aus Sicht der baua

Auch für die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua) sind die Arbeitsschutzmaßnahmen und die Kontrolle ihrer Wirksamkeit ein zentrales Anliegen. Sie verweist auf den Paragraphen 4 des Arbeitsschutzgesetzes und fordert den Vorrang von technischen Maßnahmen gegenüber organisatorischen oder individuellen Anforderungen, damit Gefährdungen der Beteiligten ausbleiben. 

Die Nutzung von Leitern führt allerdings zu erhöhten Unfallzahlen, deshalb will die baua deren Einsatz weiter reduzieren. Wenn ihre Verwendung als unvermeidbar angesehen wird, muss die Leiter für die Arbeitssituation besonders geeignet sein, etwa über Stufen statt Sprossen verfügen. Alternativen nennt ebenfalls die TRBS 2121 in ihrem Teil 2. und rät zu Arbeitsplattformen, Durchstiegen statt seitlichen Ausstiegen, Treppentürmen statt innenliegender Leitergänge.

Besondere Anforderungen bei Planung und Nutzung des Gerüsts: Die unterste Lage darf nur dann mit einem Durchstieg ausgestattet sein, wenn die Gerüstbeläge darunter auf entsprechenden Belagtraversen aufsetzen. Die Klappen der Böden werden geschlossen gehalten, bzw. der Beschäftigte hat sie nach erfolgtem Aufstieg sofort wieder zu verschließen.

Meist gestellte Fragen

Ab wann muss ich Treppen am Gerüst bauen?

Ab einer Gerüsthöhe von 5 Metern, sind nur noch Gerüsttreppen, Aufzüge und Transportbühnen zu verbauen und zu benutzen.

Wann dürfen noch Gerüstdurchstiege verbaut werden?

Gerüstdurchstiege dürfen noch bei einer Aufstiegshöhe von 5 m und Einfamilienhäusern verbaut werden, wenn dabei die bestehenden Gefährdungen in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt wurden.

Wieviele Zugänge am Gerüst benötige ich?

Alle 50 m müssen sichere Zugänge zum Gerüst existieren.