Ein Gerüst abbauen: Vorschriften beachten und von oben nach unten vorgehen

Wenn an der Fassade alle Aufgaben ausgeführt sind, geht es an den Gerüstabbau. Auch bei dieser Tätigkeit, die für den Laien so einfach aussieht, kommt es bisweilen zu erheblichen Unfällen. Deshalb ist immer und besonders bei Eigeninitiative größte Vorsicht geboten. Im Folgenden findest Du alles über das Abbauen, seine Gefahren und die möglicherweise entstehenden Kosten.

Grundsätzlich baut man das Gerüst in umgekehrter Reihenfolge ab, Du beginnst also oben und arbeitest Dich allmählich nach unten vor. Unbedingt sind die Anleitungen des Herstellers zu beachten. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Demontage von belasteten Elementen wie den Gerüstverstrebungen und -verankerungen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Arbeitsstelle sichern und für Außenstehende kenntlich machen
  • Der Abbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge des Aufbaus
  • Beschädigungen an den Gerüstelementen unbedingt vermeiden, nicht werfen oder fallen lassen

Die grobe Reihenfolge beim Abbau der Gerüstteile

Zunächst entfernt man den Seitenschutz, anschließend folgen die Gerüstbeläge. Beim vertikalen Handtransport der Komponenten muss sich in der Gerüstlage wenigstens ein Mitarbeiter befinden. Schließlich zerlegen die Beschäftigten alle Vertikalrahmen und Ständer in ihre Einzelteile.

Die Arbeitsschritte im Einzelnen

Nun aber zum konkreten Ablauf, wenn man das Gerüst abbaut. Deshalb zur besseren Orientierung zunächst eine Auflistung der einzelnen Gerüstteile. Das Gerüst besteht aus:

  • Fußspindeln – auf ihnen ruht das Gerüst
  • Diagonale
  • Ringschrauben
  • Gerüstanker | Gerüsthalter
  • Rückengeländer
  • Vertikalrahmen
  • Bodenbeläge | Gerüstdurchstiege
  • Bordbretter
  • Stirngeländer
  • Geländerpfosten | Schutzgitterstützen
  • Kupplungen

Eins nach dem anderen: Ein Gerüst abbauen

Verglichen mit dem Gerüst Aufbau geht man beim Gerüst Abbau in umgekehrter Reihenfolge vor. Im Folgenden nun die einzelnen Arbeitsgänge für ein normales Schutzgerüst. Diese Anleitung bezieht sich auf ein Schutz- oder Fassadengerüst. Das Rollgerüst ist auf andere Weise konstruiert. Wir können nicht oft genug betonen, dass die oben genannten Sicherheitsanforderungen unbedingt zu beachten sind.

Gerüst Abbau in nur 11 Schritten

  1. Für das Entfernen eines Gerüstes, lege entweder ein PSAgA an oder arbeite mit einem Montagesicherungsgeländer, je nach dem was erforderlich ist.
  2. Steige auf die oberste Lage und löse alle Geländerkeile.
  3. Entferne nun alle Geländer, Bordbretter, Stirngeländer, Geländerpfosten und/ oder Schutzgitterstützen.
  4. Steige nun in die nächst untere Lage.
  5. Schließe den Deckel des Durchstieges und klappe die Leiter hoch.
  6. Hänge jetzt alle Gerüstböden und Durchstiege aus.
  7. Löse jetzt die Kupplungen die an den Gerüsthaltern befestigt sind und entferne beides – vergiss die Ringschrauben in der Wand nicht.
  8. Jetzt wieder die Geländerkeile lösen und alles nach der Reihe entfernen, wie schon oben beschrieben.
  9. Stecke nun die Vertikalrahmen ab.
  10. Wiederhole diese Vorgänge so lange, bis das Gerüst abgebaut ist.
  11. Vergiss nicht alle Fussspindeln einzusammeln.

Soll bei einem Gerüst der Abbau vorgenommen werden, kann es dennoch nicht schaden, wenn die Einzelteile und ihre Funktion besser bekannt sind. Deshalb nun eine ausführliche Beschreibung.

Der Vertikalrahmen eines üblichen Schutzgerüsts

Der Vertikalrahmen besteht aus einzelnen Vertikalelementen, die man mit Hilfe von Längsriegeln zusammensetzt. Die diagonalen Längsverstrebungen an der Außenseite und die Bohlen sorgen für die Stabilität der Konstruktion. Das zuerst verbaute Gerüstfeld ist waagrecht und senkrecht auszurichten. Es dient für den weiteren Aufbau als Orientierung für die weiteren Felder und Etagen. Nach dem jeweils fünften Gerüstfeld ist eine Längsverstrebung vorgeschrieben.

Die Verbindungselemente und die Befestigung

Abhängig von der Konstruktion finden beim Gerüstaufbau unterschiedliche Verbindungen Verwendung. Sie bestehen aus Aluminium, das sich durch seine Langlebigkeit auszeichnet. Kupplungen gibt es in diversen Ausführungen, die Hersteller unterscheiden zwischen Normal-, Dreh- und Stoßkupplungen und vielen anderes. Man setzt sie in Kupplungs- oder Stahlrohrgerüsten ein, die nicht höher werden als etwa 30 Meter. An den Verbindungsstellen verkeilt der Mitarbeiter die Elemente oder befestigt sie mittels Verschraubungen. Die Hersteller von Fassadengerüsten müssen aus Sicherheitsgründen die Vorgaben der DIN EN 74 erfüllen, die sich mit den Anforderungen an „Kupplungen, Zentrierbolzen und Fußplatten für Arbeitsgerüste und Traggerüste“ befasst.

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Den Arbeitsbereich mit Absperrungen und Hinweisen sichern

Während der gesamten Demontage kommt es grundsätzlich darauf an, dass Unbefugte das Arbeitsgerüst weder benutzen noch betreten. Deshalb sollten die Arbeiter Absperrungen und entsprechende Hinweisschilder anbringen. Das Gerüst muss außerdem während des gesamten Vorgang ausreichend standsicher bleiben. Geländer und Zwischenholme sind also für die einzelnen Gerüstfelder zu montieren. Verstrebungen und Verankerungen entfernt man immer parallel zum Gerüstabbau. Wenn dies nicht möglich ist, montieren die Ausführenden eine Ersatzkonstruktion.

Auf gar keinen Fall dürfen die Beteiligten einzelne Gerüstelemente werfen oder auf andere Weise unachtsam behandeln. Denn bei der späteren Nutzung des Gerüsts kann sich eine Beschädigung oder Verformung der Teile auf die Belastbarkeit negativ auswirken. Beträgt die Gerüstfeldhöhe mehr als 8 Meter, sind beim Abbau Bauaufzüge vorgeschrieben, außer die Länge der Installation bleibt unter 10 Meter. In diesem Fall sind die Aufzüge auch erst ab einer Höhe von 14 Metern notwendig. All diese grundsätzlichen Verfahren und Regeln solltest Du unbedingt einhalten, denn auch der Abbau der Konstruktion ist, neben dem Um- und Aufbau, ein Unfallschwerpunkt. Grundsätzlich kann aber jeder ein Gerüst selber abbauen, wenn er sich an die Vorschriften hält und die einzelnen Schritte beachtet.

So baue ich ein Fassadengerüst auf!

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So baue ich ein Rollgerüst auf!

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Die Kosten für einen Gerüstabbau

Den Preis für den Abbau berechnen die Anbieter meist nur in Zusammenhang mit der Gerüstmiete, dem Aufbau und dem Transport. Außerdem enthält die Rechnung auch noch eine Position für die Gerüstplanung an dem infrage kommenden Objekt. Die Kosten hängen außerdem von weiteren Faktoren ab. Hierzu gehören zum Beispiel die Maße der Immobilie und die Komplexität des Auftrags sowie die benötigten Arbeitsstunden für den Gerüst Auf- und Abbau.

Häufig gestellte Fragen auf einen Blick

Kann ich ein Gerüst selber abbauen?

Aber bitte die Reihenfolge und die Sicherheitsbestimmungen beachten. Baustelle absperren und von oben nach unten vorgehen. Bitte beachte dazu immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung des jeweiligen Gerüstherstellers.

Wo finde ich genaue Auskünfte, wenn der Handwerker nicht greifbar ist?

In der Aufbau- und Verwendungsanleitung hat der Hersteller genau angeben, welche Elemente wie zu entfernen sind. Das gilt besonders für die Verbindungsstücke.

Was geschieht mit den Bohrlöchern für die Verankerung in der Fassade?

Der Maler oder der Eigentümer sollte sie auf übliche Weise verspachteln, damit keine Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringen kann. Alternativ gibt es sogenannte Abdeckpropfen die man benutzen kann.