Temporäre Gerüstsysteme sind fester Bestandteil moderner Baustellen. Sie schaffen sichere Arbeitsplattformen in unterschiedlichen Höhen und schützen sowohl die Beschäftigten als auch Passanten vor Gefahren durch herabfallende Gegenstände. Im praktischen Einsatz dominieren zwei Systeme: das Fassadengerüst und das Rollgerüst. Welche Variante die richtige ist, hängt von Einsatzort, Arbeitsdauer und Art der Tätigkeiten ab.
Das Fassadengerüst – stabile Lösung für umfangreiche Projekte
Ein Fassadengerüst – häufig auch als Rahmen- oder Arbeitsgerüst bezeichnet – wird meist eingesetzt, wenn über längere Zeit an der Außenhülle eines Gebäudes gearbeitet wird. Ob Sanierung, Putzarbeiten oder Wärmedämmung: Seine stabile Konstruktion sorgt für Sicherheit und hohe Tragfähigkeit.
Aufbau, Konstruktion und Standsicherheit
Das Fassadengerüst wird fest mit der Fassade verbunden, um ein Kippen oder Verrutschen zu verhindern. Dabei spielen drei Punkte eine entscheidende Rolle:
- Tragfähiger Untergrund: Das Gerüst muss auf stabilem Boden stehen. Die Kräfte werden über Bohlen oder Lastverteilplatten gleichmäßig in den Untergrund geleitet.
- Verankerung: In regelmäßigen Abständen wird das Gerüst mit speziellen Ankern an der Wand befestigt. Aufbau- und Verwendungsanleitung des Herstellers geben die genauen Befestigungspunkte vor.
- Beläge und Lastklassen: Je nach Einsatz (Maler-, Putz- oder Maurerarbeiten) muss die passende Lastklasse gewählt werden. Ein Beispiel: Klasse 3 erlaubt eine Flächenlast von 200 kg/m².
Wer ein Fassadengerüst kaufen oder mieten möchte, sollte vorab die nötige Belastbarkeit und Höhe planen, um Arbeits- und Sicherheitsansprüche optimal zu erfüllen.
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Das Rollgerüst – flexibel, leicht und mobil
Ein Rollgerüst besteht meist aus leichtem Aluminium und eignet sich besonders für kurzfristige Arbeiten, die an wechselnden Standorten durchgeführt werden. Es kann im Außen- und Innenbereich genutzt und dank seiner Rollenposition schnell verschoben werden.
Stabilität, Bewegung und Montage
Da ein Rollgerüst freistehend ist, gelten je nach Einsatzort besondere Vorschriften für die maximale Aufbauhöhe und die Sicherung während der Nutzung:
- Höhenlimit: Das Verhältnis von Gerüsthöhe zur kürzesten Standseite darf im Außenbereich in der Regel 8:1, in Innenräumen bis zu 12:1 betragen.
- Sicherung beim Arbeiten: Während der Nutzung müssen alle Rollen festgestellt sein. Ein Verfahren ist nur erlaubt, wenn keine Personen oder Materialien auf dem Gerüst stehen.
- Aufbau im 3T-Verfahren: Der Aufbau erfolgt „Through the Trapdoor“, also von einer geschützten Standposition aus, um Absturzrisiken zu vermeiden.
Das Rollgerüst überzeugt durch seine Transportfreundlichkeit, einfache Montage und vielseitige Einsatzmöglichkeiten – ideal für Wartungsarbeiten, Installationen oder Malerbetriebe.
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Sicherheit, Prüfung und gesetzliche Anforderungen
Egal ob Fassadengerüst oder Rollgerüst – Sicherheit steht an erster Stelle. In Deutschland regeln die TRBS 2121 und die DGUV-Vorschriften die Anforderungen an Konstruktion, Nutzung und Wartung.
Dreiteiliger Seitenschutz
Ein vollwertiger Seitenschutz besteht aus:
- Handlauf (oberer Absturzschutz),
- Knieleiste (Zwischenholm) und
- Fußleiste (Bordbrett zum Schutz vor herabfallenden Materialien).
Prüfung und Abnahme
Nach der Montage muss jedes Gerüst durch eine befähigte Person geprüft und abgenommen werden. Erst danach darf es genutzt werden. Während des laufenden Betriebs sind tägliche Sichtkontrollen auf Mängel – etwa beschädigte Beläge oder fehlende Verankerungen – Pflicht.
Fazit
Ob Fassadengerüst oder Rollgerüst – beide Systeme sind unverzichtbar für sicheres und effizientes Arbeiten in der Höhe. Das Fassadengerüst punktet durch Stabilität und Tragfähigkeit bei langfristigen Projekten, während das Rollgerüst maximale Flexibilität und Mobilität bietet.
Wer die Montageanleitung, Sicherheitsvorschriften und Lastbegrenzungen strikt einhält, schafft die Grundlage für einen sicheren Arbeitsplatz auf jeder Baustelle.
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